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Training, Tränen und Triumpfe

Die U12 qualifiziert sich für die Südbayerische Meisterschaft


Sieben Spiele in zwei Tagen absolvierte die U12. Die Lechrain Volleys (LRV) Mädels steigerten sich von Spiel zu Spiel. Am Ende erreichten sie Platz 7 von 24. Das war gleichbedeutend mit der Qualifikation für die Südbayerische Meisterschaft. Dabei mussten sich die beiden LRV-Mädels Ina und Ema lediglich den späteren Finalistinnen ASV Dachau und SV Lohhof geschlagen geben. Der Erfolg der beiden jungen Nachwuchsspielerinnen ist nicht nur eine Geschichte von Talent, sondern vielmehr von Training, Tränen und Triumpfen. Limits kennen die beiden 9 und 10-jährigen Volleyball-Stars keine. Denn sie wollen immer gewinnen!

Wenn Träume wahr werden, dann sind manchmal auch Engel im Spiel: Die beiden Coaches Annabelle Heiduk und Isabel Wildner


Von nahezu hundert U12-Mannschaften in ganz Oberbayern haben sich die besten 24 über zuvor ausgetragene Kreismeisterschaften für die Oberbayerischen Meisterschaften qualifiziert. Unsere Mädels eröffneten um 10.00 Uhr diese Meisterschaften mit dem Spiel gegen den SV Lohhof I. Im ersten Satz (5:25) wurden die LRV-Mädels regelrecht überrannt vom Gegner. Groß gewachsene Spielerinnen setzten unsere quirligen, aber eher kleineren Spielerinnen mit Sprungaufschlägen und wuchtigen Angriffsschlägen sowie aggressiven Lobs gehörig unter Druck. Bälle wurden nah ans Netz gestellt, so dass die Lohhoferinnen den Ball lediglich noch nach unten ins gegnerische Feld drücken mussten. Das war ein ganz anderes Niveau als in den Turniervorrunden oder bei den Kreismeisterschaften! Im zweiten Satz hatten sich Ina und Ema zwar vom ersten Schock erholt, dementsprechend lief es etwas besser (15:25). Aber die Enttäuschung über die Niederlage war den Beiden ins Gesicht geschrieben und musste erste einmal verdaut werden.


Viel gutes Zureden und Motivieren von Cheftrainer Stefan Huber war bei der U12 gefragt.


Wollte man sich die Chance auf die Qualifikation zur Südbayerischen Meisterschaft wahren, dann musste im nächsten Spiel gegen den TSV Mühldorf ein Sieg her. Der Start verlief alles andere als gut. Nervosität machte sich breit. Bei den Aufschlägen fehlte die Konzentration und wurden leichtfertig ins Netz oder ins Aus geschlagen. Auf dem Feld fehlte die Absprache, wer welchen Ball nimmt, so dass dieser immer öfters ins eigene Feld zu Boden fiel. Insgesamt viele, leicht vermeidbare Fehler, die nicht spurlos an dem Team der Lechrainer Volleys vorbeiging. Coach Stefan Huber nahm eine Auszeit, um die Mädels aus ihrer Lethargie aufzuwecken. Was auch gelang. Ab der Satzmitte machten es Ina und Ema besser und setzten die Mühldorferinnen mit guten Aufschlägen, kurz hinter´s Netz gesetzten Lobs und lang nach hinten in die Ecken gepritschten Bällen unter Druck. Dem hatten die Mühldorferinnen nichts entgegen zu setzen. Folgerichtig gewannen die Lechrainerinnen mit 25:15 den ersten Satz.

Coach Huber ermahnte seine Spielerinnen, ja nicht zu glauben, dass man nun automatisch auch den zweiten Satz gewänne. Als wenn die Worte zum linken Ohren zwar hineingelangten, aber zum rechten Ohr schnell ihren Ausgang fanden, so erzielte der Gegner einen Punkt nach dem anderen: Aber nicht mit herausgespeilten Bällen, sondern durch eigene Fehler der LRV-Mädels. Schnell gerierten sie mit 1:9 in Rückstand. Die erste Auszeit verhallte aber wieder schnell in obigem Gehörgang, die Abwärtsspirale drehte sich immer schneller und schneller. Schließlich stand es 17:23. Die Qualifikation rückte in weite Ferne. Bei diesem Spielstand waren sich so gut wie alle einig, dass dieser Satz nicht mehr zu retten war. Huber nahm nochmal eine Auszeit und sagte den Beiden, es sei erst vorbei, wenn der Schiedsrichter das Spiel abpfeift. Erst dann. Bis dahin wird um jeden Punkt gekämpft, was das Zeug hält. Und das machten dann die Mädels. Und zwar mit Bravour. Motiviert durch den ersten Punktgewinn zum 18:23, erzielten sie Punkt um Punkt. Jetzt war es an den Mühldorferinnen zu verzweifeln. Nichts gelang mehr. Schließlich geschah das nicht mehr für möglich gehaltene: Ina und Ema gewannen mit 25:23 auch den zweiten Satz. Anschließend flossen Tränen über Tränen. Zu groß war der Druck.


Erschöpfte, aber glückliche Gesichter gab es bei der abschließenden Siegerehrung. Im Finale gewann der SV Lohhof I gegen den ASV Dachau I.




Im dritten und letzten Spiel zeigten Ema und Ina dann wieder, was sie können und was sie sich von den besten Spielerinnen an diesem Tag abgeschaut hatten. Nun wollten auch sie Lobs ganz kurz hinter das Netz spielen, dorthin, wo keine Gegnerinnen standen oder Angriffsschläge im Sprung platzieren - ganz so, wie die Dachauerinnen oder die Lohhoferinnen. Sie lernten schnell und es gelangen sehenswert herausgespielte Punkte. Schnell gewann man das Spiel gegen den TV Lenggries II (25:16, 25:5). Damit erreichten sie die Endrunde und erhielten sich die Chance auf die Teilnahme an der Südbayerischen Meisterschaft.

Im dritten und letzten Spiel zeigten Ema und Ina dann wieder, was sie können und was sie sich von den besten Spielerinnen an diesem Tag abgeschaut hatten.


Im letzten Spiel des ersten Tages ging es dann in einem Überkreuzspiel gegen den späteren Finalisten ASV Dachau I. Die Dachauerinnen trumpften mit Sprungaufschlägen und absolut gekonnten Netzaktionen auf. Die Bälle wurden so nah ans Netz gestellt, dass die Dachauerinnen den Ball druckvoll in die Lücken der Lechrainerinnen lobben konnten. Dies war wiederum eine neue Situation für die LRV-Mädels. Schnell ging der erste Satz mit 5:25 verloren. Im zweiten Satz machten sie es viel besser und spielten die Dachauerinnen ein ums andere Mal gekonnt aus. Allerdings setzte sich hier das Können und die Routine der gegnerischen Spielerinnen durch und man verlor das Spiel mit 14:25. Ina und Ema zeigten sich sehr enttäuscht, dass sie verloren haben. Da war es auch egal, dass es sich beim Gegner um den späteren Vizemeister handelte. Coach Stefan Huber erinnerte sie daran, dass sie im Vorrundenturnier im Oktober nur ganze zwei Punkte erzielt hatten und jetzt immerhin 14. Somit ging der erste Tag mit einer weiteren Niederlage zu Ende. Doch noch hatten die Lechrainerinnen die Chance sich zu qualifizieren. Dieser Ausblick versöhnte etwas und ließ die Beiden beruhigt auf der Rückfahrt einschlafen.

Und am Sonntag ging es genauso motiviert weiter. Mit wechselnder Trainerbesetzung, aber den gleichen Mädels. Anstelle von Trainer Stefan Huber, coachte nun das Trainergespann Isabel Wildner und Annabelle Heiduk. Gut erholt starteten die beiden in ihr erstes Spiel in der neuen Gruppe mit dem TV Planegg-Krailling und dem SV Heimstetten. Zunächst mussten sich die beiden Stars der Lechrain Volleys gegen Planegg Krailling beweisen. Der erste Satz begann mit einem relativ großen Vorsprung für den Gegner (7:2). Erneut konnten die Beiden ihren großen Ehrgeiz und ihr Können im Aufholen zeigen. Mit einer mega starken Teamleistung und gekonnt gelegten Bällen sicherten sie sich den ersten Satz. Der zweite Satz begann sehr ausgeglichen und zeichnete sich auch im Satzergebnis ab. Leider lag das Glück hier bei Planegg, sodass sie den Satz 26:24 für sich entscheiden konnten. Nach dem Motto „alles oder nichts“ stürmten sie sich in den dritten Satz und hauten die Aufschläge wie Kanonen ins gegnerische Feld, sodass dieser Satz sorgenlos gewonnen werden konnte. (15:8)

Sowohl den Trainerinnen, Annabelle Heiduk und Isabel Wildner, wie auch die beiden Spielerinnen war es klar, dass die Südbayerische Meisterschaft nun zum Greifen nah ist. Nur noch ein Sieg gegen den SV Heimstetten musste her. Zunächst pfiffen die LRV das Spiel zwischen Planegg und Heimstetten, wo sich ebenfalls in drei Sätzen Heimstetten absetzten konnten. Somit spieltet die beiden Sieger gegeneinander. Schon von Beginn an, waren die Lechrainerinnen im Spiel und hechteten nach Bällen, die schon erfolglos schienen. Mit diesem Kampfgeist war der ersten Satz kein Problem für die Lechrain Volleys. Auch der zweite Satz war quasi nie gefährdet. Doch zum Schluss verletzte sich Ina leicht an der Hand, sodass bei einem Vorsprung von sechs Punkten eine Auszeit genommen werden musste, um die Tränen abzuwischen. Durch diese Unsicherheit rückte der SV nochmal auf einen Gleichstand von 19:19 an. Doch die Tapferkeit der Mädels siegte und sie holten sich die Qualifikation zur Südbayerischen Meisterschaft!

Beim letzten Spiel der Oberbayerischen Meisterschaft ging es um den siebten Platz gegen Unterhaching I. Dafür beiden Mannschaften die Qualifikation schon sicher war ging es scheinbar um nichts mehr. Doch den Ina und Ema merkte man nicht an, dass sie bereits sieben Spiele an zwei Tagen hinter sich hatten, und sie zeigten sich nochmal von ihrer aller besten Seite, wie die beiden Trainer fanden. Dieser Sieg war in keiner Situation gefährdet und gab die Möglichkeit neue Techniken wie den Angriffsschlag erfolgreich auszuprobieren. (Satzsiege: 25:10; 25:8). Sieger der Meisterschaft wurde Lohhof I gefolgt vom ASV Dachau I. Den dritten Platz belegte Lenggries I.

Fazit: Es gibt keine Limits, außer denen, die man sich selbst setzt. Wo Talent auf Trainingseifer fällt, wo Tränen manchmal notwendig sind, um später Triumpfe zu feiern, wo geschulte Trainer die Kids in der Technikausbildung helfen, da ist der Erfolg vorgezeichnet. Der Talentschmiede Lechrain Volleys ist mit diesem Erfolg ein weiterer Meilenstein in ihrer noch jungen Geschichte gelungen. Es dürfte nicht der letzte Erfolg des Ausbildungsstützpunktes des Bayerischen Volleyballverbandes gewesen sein.



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